TLDR: KI-Agenten steuern heute Desktops, lesen Dateien und führen Aktionen in echten Systemen aus. Das klingt nach Science-Fiction. Es ist Arbeitsrealität im April 2026. Der entscheidende Punkt dabei: Computer use, ja. Aber Human in Command, immer. Wie das konkret aussieht, was Obsidian und Notion als Second Brain damit zu tun haben, und warum Make.com der stille Motor hinter dem Ganzen ist: hier ist die Antwort.
Computer use, aber Human in Command
Lass mich mit einer klaren These beginnen: Die Frage ist nicht, ob KI-Agenten Aufgaben übernehmen können. Die Frage ist, wer das Steuer in der Hand hält.
Claude Cowork, Perplexity Computer, Manus Computer. Drei Systeme, die gerade eine eigene Kategorie formen. Keine Chatbots im klassischen Sinne. Keine Tools, bei denen du Fragen tippst und Antworten liest. Sondern Agenten, die in Dateisysteme eingreifen, Browser steuern, Dokumente erstellen, Kalender lesen und Mails verschicken. Autonom. Mit echten Schreibrechten.
Das ist ein grundlegend anderes Verhältnis zwischen Mensch und Maschine. Und genau deshalb gilt: Computer use, aber Human in Command. Die KI arbeitet. Du entscheidest.
Was diese Systeme wirklich tun, und wie sie sich unterscheiden
Perplexity Computer ist ein Multi-Agenten-System. Es leitet vollständige Workflows aus einer einzigen Zielbeschreibung ab, erstellt Sub-Agenten für Recherche, Coding, Browser und Dateiverwaltung, und führt diese in isolierten Umgebungen mit echter Filesystem- und Browser-Nutzung aus. Es kann stunden- bis monatelang laufen und Aufgaben autonom nachziehen, ohne dass du nochmals eingreifst.
Manus "My Computer" geht einen anderen Weg. Der Desktop-Agent nutzt deinen lokalen Rechner inklusive GPU, lässt Modelle lokal laufen und erlaubt dir, von unterwegs Aufgaben an deinen Heim-Computer zu delegieren. Daten verlassen das Gerät nicht zwingend. Für datensensible Setups ein interessanter Ansatz.
Anthropics Claude mit "Computer Use" ist das API-Feature, bei dem Claude aktiv einen Desktop über Tools steuert: Klicks, Tastatur, Dateioperationen, Schritt für Schritt, ohne weitere Nutzer-Interaktion. Gedacht für Agent-Loops, die UI-Workflows automatisiert abarbeiten.
Was alle drei verbindet: Sie sind keine Assistenten mehr, die auf Anweisungen warten. Sie sind Akteure, die in echten Systemen operieren. Deshalb brauchen sie Struktur, Grenzen und menschliche Kontrolle.
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Dein Second Brain als Basis: Obsidian und Notion als Context Engine
Hier liegt ein Punkt, den die meisten übersehen. Ein KI-Agent ist so gut wie das Wissen, das du ihm mitgibst. Kein Setup bedeutet: generische Outputs, die sich nach niemandem anfühlen.
Wer bereits mit Obsidian oder Notion als Second Brain arbeitet, hat hier einen echten Vorsprung. Beide Systeme dienen als strukturiertes Wissenssystem, in dem Notizen, Prozesse, Entscheidungen und Referenzen dauerhaft gespeichert und verknüpft sind. Notion eignet sich dabei besonders für kollaborative Setups und strukturierte Datenbanken: Kundenprojekte, Content-Kalender, Meeting-Protokolle. Obsidian ist stärker im persönlichen, vernetzten Denken: bi-direktionale Links, Graphansicht, lokale Datenhaltung ohne Cloud-Abhängigkeit.
Für Claude Cowork bedeutet das konkret: Du exportierst oder verlinkst relevante Markdown-Dateien aus Obsidian direkt in deinen Claude-Workspace-Ordner. Notion-Seiten lassen sich via Notion-Connector oder Make.com abrufen und als Kontext bereitstellen. Der Agent liest deine eigene Sprache, deine Tonalität, deine Entscheidungslogik, und arbeitet damit. Nicht mit dem, was er aus dem Training kennt.
Die drei Context Files, die jedes Setup braucht, werden so zu lebendigen Dokumenten aus deinem Second Brain:
about-me.md definiert Rolle, Aufgaben und Erfolgskriterien. Direkt aus deiner Notion-Profilseite oder deinem Obsidian-Vault gezogen.
brand-voice.md hält Tonalität, Verbotswörter und Schreibbeispiele fest. Wer einen gut gepflegten Content-Vault in Obsidian hat, kann diesen direkt anzapfen.
working-preferences.md enthält Verhaltensregeln und Sicherheitsleitplanken: welche Ordner der Agent verändern darf, wie er mit unsicheren Situationen umgeht, wann er stoppen und nachfragen soll.
Das ist Human in Command auf der Ebene der Wissensbasis. Du definierst, was der Agent weiss. Du entscheidest, was er darf.
Make.com: der stille Motor im Hintergrund
Viele sehen Claude Cowork als Desktop-Tool. Das stimmt, aber es erzählt nur die halbe Geschichte. Der eigentliche Hebel liegt in der Verbindung mit Make.com.
Make.com ist eine Automatisierungsplattform, die verschiedene Dienste über sogenannte Szenarien verbindet. Claude Cowork erzeugt strukturierte Ausgaben, Markdown-Dateien, JSON-Strukturen, Textdokumente. Make.com beobachtet den entsprechenden Ordner, erkennt neue Inhalte und löst automatisch Folgeaktionen aus.
Ein konkretes Beispiel aus unserem Workflow: Claude schreibt einen Artikel-Entwurf als Markdown-Datei in den Output-Ordner. Make.com erkennt die neue Datei, formatiert den Inhalt und legt ihn als Entwurf im Newsletter-Tool an, parallel dazu wird ein Notion-Eintrag im Content-Kalender erstellt, und eine kurze Slack-Nachricht geht an die zuständige Person zur Freigabe. Kein manueller Schritt dazwischen.
Dasselbe funktioniert für Social-Media-Posts, die direkt in Buffer landen. Für Spesenbelege, die als Excel-Tabelle ins Buchführungssystem übergeben werden. Für Weekly-Reports, die sich aus Meeting-Notizen zusammensetzen und als PDF ins CRM gehen.
Make.com ist dabei vollständig im Hintergrund. Du siehst das Ergebnis, nicht den Prozess. Und genau das ist der Punkt: Automatisierung sollte unsichtbar sein, wenn sie funktioniert.
Was das für Unternehmen konkret bedeutet
Agenten mit Schreibrechten auf CRM, ERP und Fileshares sind kein Luxus für Tech-Konzerne. Sie werden zur Standardausrüstung mittlerer Unternehmen im DACH-Raum. Wer sich jetzt nicht damit auseinandersetzt, wird in 18 Monaten aufholen müssen.
Aber: Erfahrungen aus grossen Rollouts zeigen konsistent dasselbe Muster. Gut dokumentierte Standard Operating Procedures sind die Basis. Ohne sie wird das Verhalten der Agenten unvorhersehbar. Die KI macht sichtbar, was im Unternehmen unklar definiert ist. Das ist kein KI-Problem. Das ist ein Organisationsproblem, das KI lediglich ans Licht bringt.
Das Muster "SOP → Skill" setzt sich durch: Prozesse werden in klare Teilaufgaben mit Inputs, Outputs und Entscheidungslogik zerlegt. Daraus entstehen wiederverwendbare Skills, die ein Orchestrator-Agent kombinieren kann. Wer hier strukturiert vorgeht, baut einen echten Wettbewerbsvorteil auf. Wer improvisiert, baut Schulden.
Neue Rollen entstehen dabei organisch: Der AI Process Architect übersetzt Geschäftsprozesse in Agent-Skills. Der Data & Access Steward verantwortet, was ein Agent sehen und verändern darf. Der AI Governance Lead sorgt dafür, dass das System nachvollziehbar, auditierbar und EU-AI-Act-konform bleibt.
Human in Command ist dabei keine Einschränkung. Es ist die Bedingung, unter der solche Systeme vertrauenswürdig werden.
Europa: solide Basis, noch kein fertiges Produkt
Wer auf digitale Souveränität angewiesen ist, muss die Landschaft kennen. Mistral liefert offene, hochperformante Sprachmodelle mit Apache-2.0-Lizenz, selbst hostbar, Daten in der EU. Langdock bietet eine EU-gehostete KI-Plattform mit Multi-Modell-Chat, Workflows und API, stark auf DSGVO-Konformität ausgerichtet. Cortecs fungiert als europäische Meta-Plattform und bündelt verschiedene EU-Provider mit Smart-Routing und dedizierten Instanzen.
Fertige "AI-Computer"-Produkte wie Perplexity Computer oder Manus gibt es aus Europa noch nicht. Wer auf US-Dienste verzichten muss oder will, baut heute mit europäischen Bausteinen. Das ist aufwändiger, aber möglich und für regulierte Branchen oft die einzige Option.
Wie wir das gelöst haben
Unser Setup ist kein Produkt. Es ist ein Workflow, der sich über mehrere Monate entwickelt hat.
Obsidian ist das Offline Backup für persönliche Second Brain: Notizen, Artikel-Briefs, Recherche-Ergebnisse, Prozessbeschreibungen. Alles in Markdown, alles lokal, alles verknüpft. Notion ist das kollaborative Layer: Content-Kalender, Kundenprojekte, strukturierte Datenbanken für wiederkehrende Aufgaben. Die Schnittstelle ins Netz machen wir mit Notion.
Diese fliessen als Context Files in Claude Cowork. Der Agent weiss, wer ich bin, wie ich schreibe, was ich will und was nicht. Make.com verbindet den Output mit dem Rest der Welt. Artikel landen als Entwürfe im Newsletter-Tool. Social-Posts gehen in den Publishing-Kalender. Reports landen dort, wo sie jemand liest.
Das ist kein kompliziertes System. Es ist ein klares System. Und Klarheit ist die Voraussetzung dafür, dass Delegation funktioniert, ob an Menschen oder an Maschinen.
Die wichtigsten Erkenntnisse
KI-Agenten wie Claude Cowork, Perplexity Computer und Manus agieren heute direkt in Dateisystemen und Softwareumgebungen, nicht mehr nur im Chatfenster. Das verändert das Verhältnis zwischen Mensch und Werkzeug grundlegend.
"Computer use, aber Human in Command" ist kein Slogan. Es ist das Funktionsprinzip, das agentische Systeme vertrauenswürdig macht.
Obsidian und Notion als Second Brain sind die ideale Grundlage für Context Files: Der Agent arbeitet mit deiner eigenen Sprache, deinen Entscheidungsmustern, deiner Logik.
Make.com ist der unsichtbare Motor: Cowork erzeugt strukturierte Outputs, Make verteilt sie in Newsletter-Tools, CRMs, Notion-Datenbanken und Slack, vollautomatisch im Hintergrund.
Unternehmen, die heute keine klaren SOPs haben, werden das bei der KI-Einführung als erstes spüren. Prozesslücken werden sichtbar, nicht geschlossen.
Europa liefert Infrastruktur und Compliance (Mistral, Langdock), aber noch keine fertigen agentischen Produkte. Für DSGVO-kritische Setups ist Eigeninitiative gefragt.
Und darum bin ich nach wie vor überzeugt: Die Zukunft gehört nicht mehr dem Tippen und Klicken, sondern dem gemAInsamen Arbeiten mit intelligenten Systemen. Obsidian und Notion geben dem Agenten das Wissen. Make.com gibt dem Agenten die Reichweite. Und du behältst das Steuer. Computer use, aber Human in Command. Das ist kein Kompromiss. Das ist das Modell.
Also wenn Du reden willst, und wenn Du mit mir zusammenarbeiten willst: melde Dich gerne www.rogerbasler.ch
PS: sehen wir uns online am Sog statt Druck Kongress?
Oder Offline in Konstanz? am 21.4: LIVE PODCAST (Die stille Krise, über die niemand spricht, 19.30 Uhr)
Disclaimer: Dieser Artikel wurde nach meinem eigenen Wissen und dann mit Recherchen mit KI (Perplexity.Ai und Grok.com sowie Gemini.Google.com) manuell zusammengestellt und mit Deepl.com/write vereinfacht. Der Text wird dann nochmals von zwei Personen meiner Wahl gelesen und kritisch hinterfragt. Das Bild stammt von Ideogram.Ai und ist selbst erstellt. Dieser Artikel ist rein edukativ und erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit. Bitte melde dich, wenn Du Ungenauigkeiten feststellst, danke.
Quellen und weitere Informationen:
Anthropic. (2026). Computer use overview. https://www.anthropic.com/news/computer-use
Make. (2025, Dezember 17). Reflections & predictions: 2025 & 2026 in AI and automation. https://www.make.com/en/blog/2025-reflections-2026-predictions
Manus. (2026, März 16). Introducing My Computer: When Manus meets your desktop. https://manus.im/blog/manus-my-computer-desktop
Notion. (2026). Personal knowledge management Second Brain templates [Notion Marketplace]. https://www.notion.com/templates/category/second-brain
Obsidian. (2026). Obsidian – Sharpen your thinking [Offizielle Website]. https://obsidian.md
Perplexity AI. (2026). Introducing Perplexity Computer. https://www.perplexity.ai/hub/blog/introducing-perplexity-computer
Sana Labs. (2025). AI agent platforms for industrial enterprise 2025. https://sanalabs.com/agents-blog/ai-agent-platforms-industrial-enterprise-2025



