TLDR: Die KI-Entwicklung macht gerade einen gewaltigen Sprung: Weg vom passiven Chatbot, hin zum aktiven digitalen Kollegen. Claude Cowork demokratisiert die Automation für Wissensarbeiter:innen, OpenAI Codex wird zum autonomen Software-Entwickler, und OpenClaw zeigt uns - manchmal schmerzhaft - die Grenzen der Sicherheit wenn Hype überhand nimmt.
Der fundamentale Shift: Von Information zu Aktion
Stell Dir vor, Du gibst Deiner KI nicht mehr einfach eine Frage, sondern einen Auftrag – und sie erledigt ihn eigenständig, während Du Kaffee trinkst. Genau dieser Paradigmenwechsel findet gerade statt. Frühere KI-Systeme warteten brav auf einen Prompt und antworteten mit Text. Die neue Generation von KI-Agenten bekommt ein Ziel ("Räum meinen Desktop auf", "Bau mir eine App zur Lead-Qualifizierung") und führt alle notwendigen Schritte selbstständig aus: Dateizugriff, Code-Execution, Error-Handling, das ganze Programm.
Dieser Shift von der Konsultation (ich frage die KI um Rat) zur Delegation (ich gebe der KI einen Job) ist nicht bloss ein technisches Update. Es ist eine fundamentale Neudefinition dessen, was KI für uns leisten kann. Und drei Tools stehen aktuell im Zentrum dieser Entwicklung: Claude Cowork von Anthropic, der neue OpenAI Codex und das Open-Source-Projekt OpenClaw.
Claude Cowork: Wenn KI zum Büro-Kollegen wird
Anthropic hat mit Claude Cowork im Januar 2026 einen cleveren Schachzug gemacht. Das Tool bringt die "Computer Use"-Funktionalität zu Menschen, die keine Ahnung vom Terminal haben und auch keine haben wollen. Die Philosophie dahinter: "Don't chat, just do."
Du gibst Claude Zugriff auf einen Ordner, und er macht sich an die Arbeit. File-Sensing ermöglicht es ihm, Tausende von Dokumenten – PDFs, Excel-Sheets, Word-Dateien – zu scannen, zu verstehen und zu kategorisieren. Ein konkretes Beispiel: Du hast 50 PDFs mit Geschäftsberichten? Claude erstellt Dir daraus automatisch eine SWOT-Analyse für Deinen Kunden, vergleicht sie mit den Konkurrenzberichten und packt alles in ein aufbereitetes Dokument.
Das wirklich Revolutionäre ist die asynchrone Warteschlange. Du kannst Claude mehrere Aufgaben geben ("Lies diese 50 PDFs, fasse sie zusammen, erstelle drei LinkedIn-Posts daraus"), und er arbeitet sie im Hintergrund ab wie ein echter Praktikant. Das ist Deep Work ohne Ablenkung – für Dich, nicht für die KI.
Für wen ist Claude Cowork gemacht?
Wissensarbeiter:innen, Berater:innen, Strateg:innen – alle, die primär mit Dokumenten, Analysen und Reports arbeiten. Es ist das sicherste Tool für den direkten Business-Einsatz, weil es in einer Sandbox läuft. Selbst wenn Claude "Amok läuft" und versucht, alles zu löschen, löscht er nur die Kopien in seiner virtuellen Maschine, nicht Deine Originaldateien.
OpenAI Codex: Der autonome Software-Entwickler
Kurz nach Claude hat OpenAI im Februar 2026 seinen neuen Codex vorgestellt – und der ist nicht mehr das Autocomplete-Tool von früher. Dieser Agent kann komplette Anwendungen von Grund auf bauen, sich selbst debuggen und über Tage hinweg an komplexen Projekten arbeiten.
Das Self-Healing ist beeindruckend: Wenn der Code einen Fehler wirft, liest der Agent den Stack Trace, korrigiert den Code eigenständig und führt ihn erneut aus, bis es funktioniert. Kein Copy-Paste mehr in Stack Overflow nötig. Er kann auch selbstständig Libraries installieren und Docker-Container konfigurieren – praktisch ein Junior Developer, der nie schläft und keine Kaffeepausen braucht.
Praktische Anwendung
Du hast eine Idee für eine Lern-App, die den "Digital Reifegrad" von Unternehmen testet? Sag dem Codex Agent: "Bau mir eine Web-App mit Python und Streamlit. Hier sind die Fragen." Der Agent schreibt den Code, installiert die benötigten Bibliotheken und fixt alle Bugs selbstständig. In wenigen Stunden steht ein funktionierender Prototyp, für den Du früher ein ganzes Team gebraucht hättest.
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OpenClaw: Maximale Freiheit, maximales Risiko
Dann gibt es noch OpenClaw – das Open-Source-Projekt, das zeigt, was möglich ist, wenn man sämtliche Sicherheitsfesseln ablegt. OpenClaw ist mächtig, weil es keine Grenzen kennt. Es nutzt "Skills" (Community-Plugins) für alles Mögliche: Stripe-Integration, Telegram-Bots, Krypto-Trading, SEO-Analyse.
Das Problem: Diese Skills sind oft einfache Markdown-Dateien. Praktisch, aber katastrophal für die Sicherheit. Angreifer können bösartige Befehle in diesen Skills verstecken, die dann mit vollen Rechten auf Deinem Rechner ausgeführt werden. Ein harmlos aussehendes "PDF Reader"-Plugin könnte im Hintergrund nach SSH-Keys suchen und diese an einen Server senden.
Trotzdem wichtig?
Ja, als Warnung und als Proof-of-Concept. OpenClaw zeigt uns, welche Gefahren lauern, wenn wir KI-Agenten zu viele Rechte geben. Gleichzeitig demonstriert es das immense Potenzial lokaler Agenten. Aber bitte: Nur in einem Docker-Container betreiben, niemals direkt auf Deinem Arbeitslaptop.
Welches Tool für welchen Zweck?
Die Entscheidung ist eigentlich einfach:
Wähle Claude Cowork, wenn Du primär mit Dokumenten, Analysen und Reports arbeitest. Perfekt für Consulting-Projekte, Content Repurposing oder Projekt-Onboarding. Es ist das sicherste Tool ohne IT-Abteilung im Rücken.
Wähle OpenAI Codex, wenn es um Software-Entwicklung geht. Rapid Prototyping, Data Science, interne Tools – alles, wo Code geschrieben werden muss. Ideal für technische Teams oder Growth Hacking.
Wähle OpenClaw nur für private Experimente in isolierter Umgebung. Wenn Du Social Media Bots bauen, Preise der Konkurrenz scrapen oder wilde Cross-Platform-Automation betreiben willst. Aber immer in einem separaten Docker-Container oder auf einem dedizierten Server.
Die goldenen Sicherheitsregeln
Bei aller Begeisterung für autonome Agenten: Sicherheit ist das neue Nadelöhr. Drei Prinzipien solltest Du immer beachten:
1. Least Privilege Prinzip: Ein Agent bekommt nur Zugriff auf den einen Unterordner, den er braucht. Nicht auf das gesamte Laufwerk, nicht auf die Cloud. Erstelle einen dedizierten Ordner wie _CLAUDE_WORK und kopiere nur die benötigten Dateien hinein.
2. Keine Passwörter im Chat: Schreibe niemals Credentials in den Chat-Verlauf oder in Prompt-Dateien. Agenten können diese Logs halluzinieren oder leaken.
3. Human-in-the-Loop: Für Aktionen, die Geld kosten oder Nachrichten an Dritte senden, muss der Agent immer eine Bestätigung einholen. Automatisiere niemals den "Senden"-Button komplett.
Die Zukunft der Arbeit ist hybrid
Wir stehen am Anfang einer neuen Ära. Der Markt hat sich klar aufgeteilt: Knowledge Worker (Claude), Entwickler:innen (OpenAI Codex) und DIY-Hacker:innen (OpenClaw). Jedes Tool bedient eine spezifische Nische mit eigenen Stärken und Schwächen.
Der wahre Game-Changer ist nicht, dass diese Tools besser "chatten" können. Der Game-Changer ist, dass sie handeln. Sie erledigen Arbeit, während wir strategisch denken, kreativ werden oder einfach nur die Resultate prüfen. Das ist nicht die Zukunft der KI – das ist die Gegenwart der Arbeit.
Für Unternehmen bedeutet das: Wir müssen lernen, Aufgaben so zu definieren, dass ein Agent sie asynchron erledigen kann. Das ist eine völlig andere Kompetenz als Prompt Engineering. Es geht um Prozess-Design, um Governance-Strukturen für KI-Agenten (wer darf auf welche Dateien zugreifen?), um ethische Standards und Datenschutz.
Die Frage ist nicht mehr, ob KI Teil unseres Arbeitsalltags wird. Die Frage ist, wie wir diese Agenten verantwortungsvoll einsetzen – mit klaren Grenzen, transparenten Prozessen und dem Menschen als finaler Entscheider.
Und darum wenn Du reden willst, und wenn Du mit mir zusammenarbeiten willst: melde Dich gerne www.rogerbasler.ch
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Disclaimer: Dieser Artikel wurde nach meinem eigenen Wissen und dann mit Recherchen mit KI (Perplexity.Ai und Grok.com sowie Gemini.Google.com) manuell zusammengestellt und mit Deepl.com/write vereinfacht. Der Text wird dann nochmals von zwei Personen meiner Wahl gelesen und kritisch hinterfragt. Das Bild stammt von Ideogram.Ai und ist selbst erstellt. Dieser Artikel ist rein edukativ und erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit. Bitte melde dich, wenn Du Ungenauigkeiten feststellst, danke.
Quellen und weitere Informationen:
Anthropic. (2026). Claude Cowork research preview. https://claude.com/blog/cowork-research-preview
Bloomberg. (2026, 2. Februar). OpenClaw's an AI sensation, but its security a work in progress. https://www.bloomberg.com/news/articles/2026-02-04/openclaw-s-an-ai-sensation-but-its-security-a-work-in-progress
Fortune. (2026, 13. Januar). Anthropic Claude Cowork AI agent file managing threaten startups. https://fortune.com/2026/01/13/anthropic-claude-cowork-ai-agent-file-managing-threaten-startups/
OpenAI. (2026). Inside our in-house data agent. https://openai.com/index/inside-our-in-house-data-agent
TechCrunch. (2026, 5. Februar). OpenAI launches new agentic coding model only minutes after Anthropic drops its own. https://techcrunch.com/2026/02/05/openai-launches-new-agentic-coding-model-only-minutes-after-anthropic-drops-its-own/
The Verge. (2026). AI artificial intelligence Anthropic Cowork feature AI agents Claude Code. https://www.theverge.com/ai-artificial-intelligence/860730/anthropic-cowork-feature-ai-agents-claude-code
The Verge. (2026). OpenClaw AI skill ClawHub extensions security nightmare. https://www.theverge.com/news/874011/openclaw-ai-skill-clawhub-extensions-security-nightmare
Wired. (2026). Anthropic Claude Cowork agent. https://www.wired.com/story/anthropic-claude-cowork-agent/
Zenity. (2026). New agent ecosystems: OpenClaw security. https://zenity.io/resources/new-agent-ecosystems/openclaw-security



